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ONLY IN GERMAN! Sollen mehrere Kanäle nach der beschriebenen, analogen FM-Technik übertragen werden, müssen mehrere unterschiedliche Trägerfrequenzen und eben so viele selektive HF-Empfänger verwenden werden, was das Kosten/Nutzen-Verhältnis unverhältnismäßig vergrößern würde. Die Lösung des Problems bietet die digitale Überragungstechnik. Die eigentliche Aufgabe von Mehrkanal-Telemetriesystemen besteht darin, die einzelnen Kanäle zeitlich so miteinander zu verschachteln und zu bündeln, dass sie am Ausgang auf einer „2-Draht-Leitung“ zur Verfügung stehen und über einem einzigen HF-Sender abgestrahlt oder über LWL bzw. Datenleitung übertragen werden können.
1.
Digitale Telemetriesysteme (ONLY GERMAN)
1.1
Telemetriesysteme mit PCM-Technik
Sollen mehrere Kanäle nach der
beschriebenen, analogen FM-Technik übertragen werden, müssen mehrere
unterschiedliche Trägerfrequenzen und eben so viele selektive HF-Empfänger
verwenden werden, was das Kosten/Nutzen-Verhältnis unverhältnismäßig vergrößern
würde. Die Lösung des Problems bietet die digitale Überragungstechnik. Die
eigentliche Aufgabe von Mehrkanal-Telemetriesystemen besteht darin, die
einzelnen Kanäle zeitlich so miteinander zu verschachteln und zu bündeln, dass
sie am Ausgang auf einer „2-Draht-Leitung“ zur Verfügung stehen und über einem
einzigen HF-Sender abgestrahlt oder über LWL bzw. Datenleitung übertragen werden
können. Diese Art der Übertragungstechnik wird durch Digitalisieren, Multiplexen
und PCM-Encodieren sämtlicher Kanäle realisiert. Die digitale
PCM-Übertragungstechnik (Puls-Code-Modulation) wird seit vielen Jahren in der
Kommunikations- und Nachrichtentechnik eingesetzt, z.B. weltweit zur
Übermittlung von Fernsprechkanälen. Selbst im Konsumerbereich macht die PCM
neuerdings von sich Reden, wo sie zur Übertragung von Audiosignalen über die
Fire-Wire-Schnittstelle zwischen digitaler Video-Kamera und PC eingesetzt
wird.
Die Vorteile der
PCM-Übertragungstechnik sprechen für sich:
§
gleich bleibender Signal/Rausch-Abstand durch
Digitalisierung des Signals
§
Mehrfachausnutzung eines Nachrichtenkanals
durch Multiplexing
§
sehr störfeste Signalübertragung, geringe
Empfindlichkeit gegen Übersprechen
§
direkte Übernahme und Verarbeitung des
empfangenen digitalen PCM-Signals in einem PC
Bild 1:
Blockschaltbild einer 1-Kanal-PCM-Übertragungsstecke
2.2 Erzeugung eines PCM-Signals
Die Pulscodemodulation (PCM)
spielt bei der Erfassung, Übertragung und Auswertung von Messwerten eine immer
größer werdende Rolle. Nachfolgend soll die Erzeugung eines digitalen
PCM-Signals und der Prozess der Abtastung, Quantisierung, und Codierung näher
beschrieben werden. Das Meßsignal a(t) wird zunächst pegelangepasst
(konditioniert) und in seiner Bandbreite gefiltert (Bild 1). Dem folgt als
wesentliche Schritt, die Diskretisierung des kontinuierlichen Messsignals. Ein
elektronischer Schalter (Sample & Hold), gesteuert von einem Taktgenerator,
entnimmt dem Messsignal einzelne Signalproben, wobei die Pulsamplitude jedes Mal
dem Augenblickswert der analogen Eingangsspannung entspricht. Auf diese Weise
erhält man am Ausgang des elektronischen Schalters ein pulsamplitudenmoduliertes
Signal, das PAM-Signal. Das Abtasttheorem gibt an, mit welcher Mindestfrequenz
ein analoges Signal abzutasten ist, damit ohne Informationsverlust aus den
Abtastwerten wieder das ursprüngliche Signal gewonnen werden kann. Die
Abtastfrequenz (fS) muss größer sein als das Doppelte der höchsten im
analogen Signal enthaltenen Frequenz (fg):
fS > 2
fg
In der Praxis
werden 4 bis 5 Abtastwerte (Samples) je Hz Bandbreite entnommen. Die Wirkung von
Pulsamplitudenmodulation wird bei einer Betrachtung der Signale im Zeit- und
Frequenzbereich deutlicher (Bild 19). Beim Abtasten entsteht eine Pulsfolge, die
nach der Fourieranalyse durch einen Gleichanteil und eine Summe von
sinusförmigen Spannungen, die ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz sind,
dargestellt werden kann. Im Frequenzbereich erzeugen die Abtastpulse
systematisch Spektrallinien im Abstand von fS. Rechts und links
dieser Träger entstehen Modulationsseitenbänder - ähnlich der
Amplitudenmodulation - mit oberen und unteren Seitenbändern bei
fS-fg, fS+fg,
2fS+fg, 2fS-fg, u.s.w.. Die
Information steckt in jedem Seitenband, zur weiteren Übertragung wird jedoch
lediglich das rot markierte Basisband verwendet. Aus dem Frequenzbereich wird
auch ersichtlich, dass bei einer Vergrößerung der Signal-Grenzfrequenz die
Modulationsseitenbänder sich ausweiten und ineinander fallen würden. In diesem
Moment entsteht das sog. „Aliasing“, welches nur durch eine höhere Abtastrate
verhindert werden könnte. In der Praxis tritt dieses Problem nicht auf, da das
Signal schon im Eingang durch einen Tiefpass (Anti-Aliasing-Filter) bandbegrenzt
ist.
Bild 2:
Abtastvorgang im Zeit- und Frequenzbereich
Das pulsamplitudenmodulierte
Signal in Bild 1 ist immer noch eine analoge Form des Einganssignals. Die
Abtastwerte lassen sich aber viel besser in digitaler Form übertragen und
weiterverarbeiten. Zur abschließenden Quantisierung und Codierung, wird das
PAM-Signal einem 12-bit-A/D-Wandler zugeführt. Der A/D-Wandler konvertiert
(quantisiert) die einzelnen PAM-Impuls entsprechend ihrer momentanen Amplitude
in 12-bit-Worte, einer digitalen Auflösung von 1024 Schritten. Ein PAM-Impuls
der Amplitude 1 Volt wird demnach mit einer Auflösung < 1mV digitalisiert.
Das digitalisierte PAM-Signal nennt man PCM-Signal. Auf den 12-Bit-A/D-Wandler
folgt ein Parallel/Serien-Wandler, der die 12-bit-Worte in einen bitseriellen
Datenstrom umsetzt und sich das Signal auf einer Datenleitung, LWL oder über
eine HF-Strecke übertragen lässt. Damit der Empfänger auf den serielle
Datenstrom synchronisieren kann, werden vor jedem Datenwörtern noch sog.
Synchronbits mit übertagen.
Auf der Empfangsseite geschieht
der Gleiche, nur rückwärts. Nach erfolgter Serien/Parallel-Wandlung werden die
12-bit-Worte mit Hilfe von D/A-Wandlern in PAM-Signale umgesetzt und durch ein
Tiefpassfilter von zeitdiskreten zu amplituden-kontinuierlichen Signalen
geglättet. Jeder einzelne Signalwert ist gleich dem Mittelwert des
entsprechenden Quantisierungsintervalls. Nach Verstärkung zur Pegelanpassung
steht das ursprüngliche Messsignal a(t) wieder zur Verfügung.
2.3
Multiplexen und Demultiplexen
Multiplexen ermöglicht das
mehrkanalige, synchrone Übertagung von PCM-Kanälen. Wie aus Bild 1 und 2 zu
erkennen, nehmen die Abtastpulse jeweils nur eine sehr begrenzte Zeitdauer in
Anspruch und zwischen ihnen liegen verhältnismäßig große freie Zeitlücken. Nach
dem Zeitmultiplexverfahren kann man die 12-bit-Codewörter von mehreren zu
übertragenden Signalen zeitlich so staffeln, dass sie sich gegenseitig nicht
beeinflussen, sondern nur die sonst freien Lücken ausfüllen. So entsteht ein
PCM-Multiplexsignal. Das Grundprinzip der zeitlichen Verschachtelung mehrerer
Nachrichten (Codewörter) in einer Weise, dass sie über eine gemeinsame Leitung
übertragen werden können, veranschaulicht Bild 3.

Bild 3:
Prinzipdarstellung der Zeitmultiplexbildung und der
Demultiplexbildung
Die Vorgänge beim Multiplexen
werden vollelektronisch abgewickelt. Zur Erläuterung des Prinzips zeigt Bild 3
vier Einganssignale, die von einem umlaufenden Schalter A zyklisch abgetastet
werden. Synchron mit der Folge der ankommenden Codewörter wird der Schalter A
auf den nächsten Eingang gesteuert. Am Ausgang des Schalters A steht dann das
PCM-Zeimultiplexsignal zur Verfügung. Der Zeitabschnitt, in dem ein Codewort
übertragen wird, heißt Zeitschlitz (Time Slot). Eine Bitfolge, die von
jedem Eingangssignal ein Codewort enthält, bezeichnet man als Pulsrahmen.
Für das aufgeführte Beispiel in Bild 3 besteht ein Pulsrahmen aus vier
aneinandergereihten Codewörtern der Eingangssignale K1...K4. Die erforderliche
Abtastfrequenz des Multiplexer zur vollständigen Übertragung der digitalen
Informationen beträgt
fS > 2 x
fg x Kanalanzahl
Auf der Empfangsseite werden aus
dem Zeitmultiplexsignal die einzelnen PCM-Signale zurückgewonnen, d.h. die
12-bit-Codewörter werden auf die entsprechenden Ausgänge verteilt. Der
umlaufende Schalter B verteilt im Synchronlauf die Codewörter auf die vier
Ausgänge. Wie bei der Zeitmultiplexbildung auf der Senderseite, laufen die
Vorgänge beim Demultiplexen vollelektronisch ab.
3.
Mehrkanal-Telemetriesysteme
Bilder 4 und 5 zeigen den
prinzipiellen Aufbau eines Mehrkanal-Telemetriesystems, als Beispiel mit 4
Übertragungskanälen. Das PCM-Übertragungssysteme besteht im wesentlichen aus
zwei Einheiten, einem PCM-Encoder zur Erfassung und Codierung der Messwerte auf
der Sendeseite und einem PCM-Decoder zur Decodierung und Ausgabe der Messwerte
auf der Empfangsseite.
Im Encoder werden folgende
Funktionen durchgeführt:
§
Signalaufbereitung des analogen
Eingangssignals (Sensorsignal)
§
Bandbreitenbegrenzung durch
TP-Filter
§
Simultane Signalabtastung durch einen Sample
& Hold Verstärker
§
A/D-Wandlung (ADC) des abgetasteten
Signals
§
Parallel-Serien-Wandlung der 12-bit
Wörter
§
Einblendung von Synchronzeichen
§
Konvertierung in einen PCM-Code
§
FSK-Modulation eines HF-Sender
 Bild 4: Blockschaltbild eines
PCM-Mehrkanal-Encoders

Bild 4.1:
modulare MT32 Telemetrie-Encoder
Der Decoder auf der
Empfangsseite erfüllt folgende Aufgaben:
§
selektive Verstärkung und Demodulation des
HF-Signals
§
Regenerierung des eintreffenden seriellen
PCM-Signals
§
Erzeugung eines zum Eingangssignal synchronen
Taktes
§
Erkennung der Synchronzeichen und Generierung
der zugehörigen Messwertadressen
§
Ausgabe von Daten in bit-paralleler,
wort-serieller Form an eine PC-Interfacekarte (IF16)
§
D/A-Wandlung der Daten und Ausgabe als
analoges Signal
Bild 5:
Blockschaltbild eines PCM-Mehrkanal-Decoders

Bild 5.1:
modulare MT32 Telemetrie-Decoder
3.1
Synchronisation von Encoder und
Decoder
Damit der Decoder in der Lage ist,
die zeitliche Zuordnung der digitalisierten Messwerte wieder zu erkennen, wird
an eine bekannten Stelle des Abfragezyklus ein sog. Synchronwort
eingefügt. Dieses Synchronwort besteht aus einer festen Länge von 4 Bit und wird
zum Anfang jedes PCM-Pulsrahmens eingefügt. Der Decoder synchronisiert auf
dieses Synchronwort und ist dadurch stets in exaktem Gleichlauf mit dem
zugehörigen Sender. Außerdem liefert das Synchronwort über seine Codierung
weitere nützliche Informationen, wie z.B. die Batteriekapazität des Senders.
Bild 6 zeigt den Aufbau eines einzelnen Pulsrahmens, bestehend aus Synchronwort
und 4 Kanälen. Die Länge des seriellen PCM-Pulsrahmens beträgt 4 x 12 bit + 4
bit = 52 bit.
Bild 6:
PCM-Rahmen mit Synchronisationswort, Beispiel: 4 Kanäle
Die max. übertragbare
Signalbandbreite der einzelnen Kanäle steht in einem direkten Zusammenhang mit
der Abtastgeschwindigkeit des Multiplexers. Tabelle 1 gibt einen
Überblick der erreichbaren Signalbandbreiten (Sb) in Abhängigkeit der Abtastrate
(Abt) des PCM-Systems. Die jeweilige Rahmenlänge (s. Bild 6) errechnet sich aus
der Anzahl der zu übertragenden Kanäle. Die Übertragungsrate eines
Telemetrie-system ergibt sich somit aus dem Produkt von Abtastrate und
Rahmenlänge.
Übertragungsrate (bit/s) = Abtastrate
(Hz) x Rahmenlänge (bit)
|
Bitrate |
40 Kbit/s |
80
Kbit |
160
Kbit |
320
Kbit |
640
Kbit |
1280
Kbit |
|
|
|
|
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Abt
Hz |
Sb
Hz |
Rahmenlänge |
|
|
16
Kanal |
204 |
45 |
408 |
95 |
816 |
190 |
1632 |
375 |
3265 |
750 |
6530 |
1500 |
196
bit |
|
|
8
Kanal |
400 |
95 |
800 |
190 |
1600 |
375 |
3200 |
750 |
6400 |
1500 |
12800 |
3000 |
100
bit |
|
|
4
Kanal |
770 |
190 |
1538 |
375 |
3077 |
750 |
6154 |
1500 |
12308 |
3000 |
24615 |
6000 |
52
bit |
|
|
2
Kanal |
1428 |
375 |
2857 |
750 |
5714 |
1500 |
11428 |
3000 |
22857 |
6000 |
45714 |
12000 |
28
bit |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Abt. =
Abtastrate (Hz) , Sb =
Signalbandbreite der Kanäle
Rahmen errechnet
sich, z.B. für 8-Kanäle:
Berechnung Übertragungsrate, z.B. für 8 Kanäle:
8 x 12
bit = 96 bit + 4 bit sync. = 100
bit
Bitrate = 6400 Hz x 100 bit = 640 kbit/s
Tabelle
1: Zusammenhänge zwischen Übertragungsrate, Kanalanzahl und
PCM-Rahmenlänge
Autor: Werner
Schnorrenberg
KMT Kraus
Messtechnik GmbH
Gewerbering
9
83624 Otterfing -
Deutschland
vertrieb@kmt-gmbh.com
http://www.kmt-gmbh.com
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